In der Sowjetischen Besatzungszone wurden 1948 alte Reich- und Rentenbanknoten verausgabt,
die mit einem Kupon mit Wertaufdruck versehen wurden. Dies wurde im Juni 1948 kurzfristig
notwendig, nachdem die USA, Großbritannien und Frankreich am 20.Juni 1948 in ihren Zonen
eine Währungsreform durchführten (vgl. [1]S.189, [2]S.44f. & 362, [3]S.9).
Zur Ausgabe gelangten in der SBZ Reichsbanknoten und Rentenbankscheine
in den Wertstufen (vgl. [1]S.189ff., [2]S.362ff.):
1 Rentenmark vom 30 Januar 1937
2 Rentenmark vom 30 Januar 1937
5 Rentenmark vom 2 Januar 1926
5 Reichsmark vom 1 August 1942
10 Reichsmark vom 22. Januar 1929
20 Reichsmark vom 22 Januar 1929
20 Reichsmark vom 16 Juni 1939
50 Reichsmark vom 30. März 1933
100 Reichsmark vom 24. Juni 1935
Abbildung 1: DDR Kupongeld 1 Mark 1948
Abbildung 2: DDR Kupongeld 20 Mark 1948
Abbildung 3: DDR Kupongeld 50 Mark 1948
Die Abbildungen 1- 3 zeigen eine Auswahl Reich- und Rentenbanknoten mit den aufgeklebten Kupons.
Auf diese Scheine wurde je ein Kupon geklebt, der den jeweiligen Wert und die Jahreszahl
1948 trägt. Die Kupons haben die Farben hellblau (-1-), hellgrün (-2-),hellbraun (-5-),
violett (-10-), rötlichbraun (-20-),graublau (-50-), und dunkelgrün (-100-) (vgl. [3]S.362f.).
Nach SEIPOLD gab es Auflagen für die Größe der Kupons und strenge Vorschriften für
das richtige Aufkleben auf den Trägerbanknoten (vgl. [3]S.9.ff.).
Auf Auktionen, Märken und in der Literatur tauchen Kuponbanknoten auf, die diese Kriterien
nicht zu erfüllen scheinen. Aus eigener Erfahrung spielt die Namhaftigkeit und
Seriosität des Anbieters scheinbar keine Rolle. Anhand der Abbildungen 4 und 5 soll
ein Indiz veranschaulicht werden, wonach nach SEIPOLD eine echte Banknote von einer
Fälschung unterschieden werden kann.
Abbildung 4 und 5: DDR Kupongeld 10 Mark 1948, links korrekt und rechts falsch
Abbildung 4 zeigt eine echte Reichsmarknote mit einem entsprechenden Kupon. Bei Abbildung 5
ist eine typgleiche Banknote dargestellt, wobei hier die Position des Kupons nicht stimmt und es
sich somit um eine Fälschung handelt könnte (vgl. [3]S.10 & Tafel II, [4]S.41ff. & Tafel VIII).
Generell sollte der Kupon mittig in dem weißen Feld der Banknote platziert sein und zwar
direkt an dessen innerem Rand (vgl. [3]S.10).
[1]
Rosenberg, Holger
Bearbeiter: Grabowski, Hans-Ludwig
Die deutschen Banknoten ab 1971
16. Auflage
Gietl Verlag
2007
[2]
Schantl, Thomas
Die DDR Münzsammlung
1. Auflage
Thomas Schantl Verlag
2005
[3]
DGW e.V.
Information 2009 Heft 1
Seipold, Siegfried:
„Kuponmark“ der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands
S. 9- 10 und Tafel II
2009
[4]
DGW e.V.
Information 2009 Heft 2
Ausgabe zum 30-jährigen Jubiläum
Seipold, Siegfried:
„Kuponmark“ der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands
S. 41- 48 und Tafeln VII & VIII
2009
[5]
Die abgebildeten Banknoten stammen aus einer Privatsammlung.
Der Eigentümer möchte ungenannt bleiben. Wir bedanken uns für die kurzfristige
Überlassung und die Möglichkeit der Untersuchung.